Energie gemeinsam besser nutzen

Deine Energie hat
einen richtigen Moment.

Der Energieassistent zeigt dir, wann in deiner Energiegemeinschaft voraussichtlich Strom übrig ist. Damit E-Auto, Geschirrspüler oder Boiler dann laufen, wenn es für alle am meisten bringt.

Keine Live-Messung. Eine laufend aktualisierte, robuste Prognose.

Dein Energie-Fahrplan Beispieldaten
Beste nächste Zeit13:00–16:00
92von 100
09:0015:0021:00

Illustration – keine Live-Daten

Warum der Blick nach draußen nicht reicht

Der wichtigste Punkt zuerst

Sonne scheint. Wind dreht. Wasser fließt. Ist jetzt Grün?

Was draußen nach viel erneuerbarer Energie aussieht, ist ein wichtiger Hinweis – aber noch keine Ladeempfehlung. Entscheidend ist, was nach dem Verbrauch lokal übrig bleibt und wie sicher diese Prognose ist.

Sonnescheint Windraddreht Wasserfließt
Was wir draußen sehenViel Energie in BewegungAlso jetzt laden?
?
Die ehrliche AntwortDaraus folgt noch kein Ladezeitpunkt.

Sonne, Wind und Wasser zeigen nur eine Seite. Entscheidend ist die gemeldete Netzeinspeisung als Gesamtsumme minus Verbrauch. Erst wenn ein lokaler Überschuss ausreichend wahrscheinlich ist, kann Grün entstehen; der Preis hilft nur bei der Wahl zwischen guten Stunden.

01

Erzeugung ist nur die halbe Rechnung

Entscheidend ist, was nach dem Verbrauch der gesamten Energiegemeinschaft übrig bleibt.

02

Verbrauch hat eigene Muster

Wochentag, Uhrzeit, Feiertage und große Anschlüsse verändern, wie viel Strom gleichzeitig benötigt wird.

03

Prognosen haben Bandbreiten

Ein einzelner Wert wirkt genauer, als er ist. Darum zeigen wir auch, wie groß der plausible Bereich rund um die Vorhersage ist.

04

Der Preis zeigt die Lage im Stromsystem

Niedrige Preise deuten meist auf viel Angebot im Verhältnis zur Nachfrage hin, hohe auf eine angespanntere Angebots- und Nachfragesituation. Für Grün muss zusätzlich lokaler Überschuss ausreichend wahrscheinlich sein.

Die gemeinsame Bilanz

Was nach allen Verbraucher:innen übrig bleibt, zählt.

Der Assistent berücksichtigt die gemeldete Netzeinspeisung und den gemeldeten Verbrauch der Energiegemeinschaft. Daraus berechnet er die Restlast.

Verbrauch620 kWhNetzeinspeisung810 kWh=Restlast−190 kWh

Negativ bedeutet: voraussichtlich 190 kWh Überschuss in dieser Beispielstunde.

Wenn Energie nicht nur der Sonne folgt

Manche Energie fließt. Andere wartet.

Photovoltaik folgt dem Tageslicht, Wind dem Wetter. Wasserkraft kann dagegen über viele Stunden eine gleichmäßigere Grundlast liefern. Alle drei beeinflussen, wann in einer Energiegemeinschaft wirklich Strom übrig bleibt.

Speicher machen Überschüsse zeitlich verschiebbar: Ein zentraler Batteriespeicher, Heimspeicher und künftig auch bidirektional nutzbare E-Autos können Überschuss aufnehmen und später wieder an die Energiegemeinschaft abgeben. Je nach Vermarktungsmodell und rechtlichem Rahmen kann gespeicherte Energie außerdem in hochpreisigen Stunden am Markt bereitgestellt oder verkauft werden.

Dann zählen auch Ladezustand, Leistung, Verluste, Reserve, Verfügbarkeit und persönliche Freigaben. In einer künftigen Ausbaustufe könnte der Assistent den Nutzen in der Energiegemeinschaft gegen mögliche Markterlöse abwägen.

Heute berücksichtigtDie gemeldete Netzeinspeisung wird als Gesamtsumme berücksichtigt. Erzeugungsarten werden derzeit weder getrennt ausgewiesen noch getrennt prognostiziert.
Noch nicht gesondert berücksichtigtZentral- und Heimspeicher, bidirektional nutzbare E-Autos und eine mögliche Vermarktung sind derzeit keine eigenen Faktoren der Ampel.

Schematische Zukunftsdarstellung – getrennte Quellen, Speicher und Vermarktung sind noch nicht umgesetzt

Vom Wetterbericht zur Empfehlung

So entsteht dein Fahrplan.

Die Reihenfolge ist wichtig: Wir sammeln laufend neue Hinweise, rechnen jede Stunde neu und prüfen später mit echten Messwerten, wie gut wir lagen.

  1. 01

    Wetter alle 3 Stunden · Preise stündlich

    Hinweise einsammeln

    Wetterprognosen, Strompreise, Uhrzeit, Wochenrhythmus, Feiertage und die bisherige Messhistorie fließen zusammen.

    Neue Viertelstundenwerte sind dabei nicht live: Sie kommen meist erst 24–72 Stunden später.
  2. 02

    jede Stunde neu

    Drei Verläufe prognostizieren

    Für jede Energiegemeinschaft berechnet das aktive Modell Erzeugung, Verbrauch und Restlast – Stunde für Stunde, bis zu 72 Stunden voraus.

    Die ersten 48 Stunden sind die belastbarere Planungszone. Stunde 49–72 bleibt ein Trend.
  3. 03

    im selben Prognoselauf

    Unsicherheit sichtbar machen

    Neben dem wahrscheinlichsten Verlauf entsteht ein Band von eher niedrig bis eher hoch. Je breiter es ist, desto vorsichtiger wird die Empfehlung.

    Fehlt dieses Band oder ist es zu breit, darf die Stunde nicht grün werden.
  4. 04

    stündlich aktualisiert

    Ampel und beste Zeitfenster bilden

    Lokaler Überschuss wiegt am stärksten, der Preis hilft bei der Wahl zwischen guten Stunden. Das Ergebnis wird als 48-Stunden-Fahrplan berechnet.

    Die App zeigt die nächsten 24 Stunden und besonders gute zusammenhängende Zeitfenster.
  5. 05

    24–72 Stunden später

    Mit Messwerten nachprüfen

    Sobald die Zählerwerte eintreffen, vergleichen wir Prognose und Wirklichkeit. Fehler, Treffer und Unsicherheitsband werden dokumentiert.

    Wird ein Modell schlechter oder ändert sich die Energiegemeinschaft, wird neu trainiert und wieder gegen einfache Vergleichsmodelle geprüft.

L1 · L2 · L3 einfach erklärt

Zählerwerte kommen nicht live und nicht immer gemessen.

Neue Viertelstundenwerte treffen meist erst 24–72 Stunden später ein. Der Netzbetreiber kennzeichnet jeden Wert mit einer Qualitätsstufe: L1 ist gemessen, L2 ist ein nach einheitlicher Methodik berechneter Ersatzwert. Beide sind final und abrechnungsfähig. L3 ist vorläufig und muss noch ersetzt werden.

L1

Gemessene Echtwerte

Final und abrechnungsfähig

L1 wurde tatsächlich gemessen. Auch finale Werte können in begründeten Ausnahmefällen noch korrigiert werden.

L2

Berechnete Ersatzwerte

Final und abrechnungsfähig

L2 wird vom Netzbetreiber nach einer einheitlichen Methodik berechnet. Es ist ein belastbarer Ersatzwert und gilt als final. In seltenen Ausnahmefällen kann der Wert später noch korrigiert werden.

L3

Vorläufige Ersatzwerte

Noch nicht abrechnungsfähig

L3 ist ein vorläufiger Ersatzwert. Er muss durch einen belastbaren L1- oder L2-Wert ersetzt werden.

Wichtig: Verzögerung und Qualitätsstufe sind zwei verschiedene Dinge. Ein neu eingetroffener Wert kann L1, L2 oder L3 sein; nicht jeder Wert durchläuft alle drei Stufen. Für wissenschaftliche Modellvergleiche verwendet der Assistent bewusst nur gemessene L1-Werte. Das ist eine strengere interne Evidenzregel; L2 bleibt trotzdem final und abrechnungsfähig.

Eine Ampel, aber keine Garantie

Einfach handeln. Ehrlich mit Unsicherheit umgehen.

Die Farbe beantwortet eine praktische Frage: Lohnt es sich voraussichtlich, flexiblen Verbrauch in diese Stunde zu verschieben?

Grün

Gutes Zeitfenster

Es wird ein relevanter lokaler Überschuss erwartet und die Prognose ist ausreichend robust. Flexible Geräte können bevorzugt jetzt laufen.

Gelb

Abwägen oder kurz warten

Die Lage ist brauchbar, aber der Überschuss nicht robust genug für Grün. Ein späteres Zeitfenster kann besser sein.

Rot

Nicht extra hierher verschieben

Für diese Stunde spricht die Prognose nicht für zusätzlichen flexiblen Verbrauch. Normaler Strombedarf bleibt natürlich möglich.

Warum Grün streng ist

Prognostizierter Überschuss + begrenzte Unsicherheit

Eine hohe Punktzahl allein reicht nicht. Grün braucht immer einen ausreichend großen prognostizierten Überschuss und ein vorhandenes, nicht zu breites Unsicherheitsband.

Restlast-Prognose+genug Überschuss+Band sicher=Grün

Aus Prognose wird Alltag

Du musst keine Kurven lesen.

Schau auf den nächsten grünen Block und verschiebe nur, was sich gut verschieben lässt.

  • E-AutoLadebeginn in ein grünes Fenster legen
  • GeschirrspülerProgramm für ein grünes Zeitfenster vorplanen
  • WarmwasserSpeicher gezielt in guten Stunden laden
Beispieldaten · Mittwoch, 15. JuliGute Energie-Zeit
nächstes Fenster13:00–16:00
Jetzt51
14:0088
17:0024

Illustration – keine Live-Daten

Die Ampel ist eine Empfehlung, keine individuelle Stromzuteilung. Sie berücksichtigt die Energiegemeinschaft als Ganzes. Persönliche Tarife, Geräteleistung und dringender Bedarf bleiben deine Entscheidung.

Lernen ohne Schönrechnen

Der Assistent plant früh und lernt später.

Weil echte Messwerte verzögert kommen, kann der Assistent eine heutige Empfehlung erst später prüfen. Genau deshalb protokolliert er, was er zu diesem Zeitpunkt wirklich wusste.

  • Vergleichen: Hat das Modell einfache Verfahren wie „wie letzte Woche“ wirklich geschlagen?
  • Beobachten: Werden die Fehler dauerhaft größer, warnt das System und stößt eine neue Prüfung an.
  • Vorsichtig wechseln: Ein neues Modell darf nur übernehmen, wenn festgelegte Qualitäts- und Sicherheitsregeln erfüllt sind.
  • Neue Gemeinschaften begleiten: Jede Energiegemeinschaft erhält eigene Modelle. Während noch lokale Erfahrung gesammelt wird, bleibt die normale Ampel unter strengeren Sicherheitsregeln nutzbar; „Validierung läuft“ macht die begrenzte Evidenz sichtbar.

Kurz nachgefragt

Was die Ampel kann – und was nicht.

Ist Grün eine Garantie für echten Überschuss?

Nein. Grün ist eine bewusst strenge Prognose. Sie sagt, dass ein relevanter Überschuss nach aktuellem Wissen ausreichend robust erwartet wird. Wetter und Verbrauch können sich trotzdem anders entwickeln.

Warum zeigt der Assistent trotz Sonne oder Wind manchmal Gelb oder Rot?

Weil vielleicht gleichzeitig viel verbraucht wird, die Datenlage noch unsicher ist oder die erwartete Netzeinspeisung für die ganze Energiegemeinschaft nicht ausreicht. Sichtbare Sonne, Wind und fließendes Wasser beschreiben nur eine Seite der Bilanz.

Warum gibt es keine echte Live-Ampel?

Die offiziellen Viertelstundenwerte erreichen das System meist erst 24–72 Stunden später. Eine „Live“-Anzeige würde Aktualität vortäuschen. Darum ist die Ampel ehrlich als Prognose gebaut.

Was passiert, wenn Wetter- oder Preisdaten fehlen?

Fehlende oder veraltete Daten werden sichtbar markiert. Der Assistent verwendet nicht stillschweigend irgendeine andere Quelle; unsichere Fälle werden vorsichtiger bewertet und können Grün verhindern.

Was bedeutet „Validierung läuft“?

Die Ampel ist bereits nutzbar, aber für diese Energiegemeinschaft liegt noch weniger lokale Prüferfahrung vor. Deshalb gelten strengere Grenzen für Grün und zusätzliche automatische Sicherheitsprüfungen. Auffälligkeiten betreffen nur diese Gemeinschaft; andere laufen unabhängig weiter.

Muss ich bei Rot meinen normalen Verbrauch stoppen?

Nein. Rot bedeutet nur: zusätzlichen, gut verschiebbaren Verbrauch nicht absichtlich in diese Stunde legen. Dringender und normaler Bedarf hat immer Vorrang.

Wo wir gerade stehen

Der Energieassistent wächst Schritt für Schritt.

Die ersten Projektunterlagen stammen vom März 2026. Im Juli begann die offizielle Entwicklungsphase. Die technische Grundlage für die drei Pilotregionen steht; bis Ende 2026 werden Modelle, Fahrplan, Ampel und App technisch validiert. Anschließend folgt die Erprobung unter unterschiedlichen saisonalen Bedingungen. Bis Mitte 2027 sollen die drei Pilotregionen fertig sein. Nach Abschluss der Pilotphase soll der Assistent für weitere Energiegemeinschaften bereitstehen und parallel zusätzliche Funktionen erhalten.

  1. Aus einer Idee wird ein Projekt

    Die erste Projektbeschreibung hält fest, was der Assistent können soll und warum eine Wetterkarte dafür nicht reicht.

  2. Die technische Grundlage steht

    Datenquellen, Prognosemodelle und die technische Grundlage für die drei Pilotregionen sind aufgebaut.

  3. Rechnen, prüfen, verbessern

    Fahrplan, Ampel und App werden technisch validiert und für die Erprobung in den Pilot-Energiegemeinschaften vorbereitet.

  4. Drei Pilotregionen sind fertig

    Die Pilotregionen sind angebunden und der Assistent wurde über Winter und Frühjahr unter echten Bedingungen erprobt.

  5. Weitere Energiegemeinschaften und Funktionen

    Der Assistent öffnet sich für weitere Energiegemeinschaften. Parallel werden die im Ausblick beschriebenen Funktionen schrittweise geprüft.

Woran wir gerne weiterarbeiten würden

Die Ideen sind startklar. Zeit und Budget noch nicht ganz.

Unter anderem diese vier Erweiterungen würden wir gerne umsetzen. Bis hierher ist vieles mit Leidenschaft und persönlichem Einsatz entstanden – auch in etlichen Stunden, für die es noch kein Budget gab. Für die nächsten Schritte müssen wir deshalb noch einen guten Weg finden, die nötige Zeit dafür freizuspielen und die Umsetzung zu finanzieren.

Genauer prognostizieren

Photovoltaik, Wasser und Wind getrennt verstehen

Die Einspeisung ins Netz wird bereits als Gesamtsumme berücksichtigt. Künftig könnten Photovoltaik, Wasserkraft und Wind getrennt prognostiziert werden. So würden Grundlast, Wettereffekt und Unsicherheit deutlicher sichtbar.

Energie zeitlich verschieben

Speicher und E-Autos flexibel einbinden

Lokalen Überschuss könnten ein zentraler Batteriespeicher, Heimspeicher oder künftig bidirektional nutzbare E-Autos aufnehmen und später wieder abgeben. Der Assistent soll dabei Ladezustand, Verfügbarkeit, Verluste, persönliche Freigaben und mögliche Markterlöse berücksichtigen.

Vor Ort reagieren

Messwerte nutzen, Geräte gezielt starten

Smart Meter können lokale Messwerte liefern. Ein Energiemanager vor Ort könnte Wallbox, Wärmepumpe, Boiler oder Heimspeicher nach freiwilligen Regeln steuern. Die Teilnehmer:innen behalten die Kontrolle und können die Steuerung jederzeit ändern oder abschalten.

Feiner planen

Ampel im Viertelstundentakt

Die Messwerte liegen bereits in 15-Minuten-Slots vor, Prognose und Ampel arbeiten heute aber stündlich. Künftig könnten sie feinere Zeitfenster zeigen – mit echten Viertelstundenpreisen und einer geprüften Aufteilung statt bloß viermal wiederholter Stundenwerte. Der Umbau betrifft mehr als die Daten: Wir müssen Schnittstellen recherchieren und prüfen, Modelle anpassen und neu trainieren sowie Backtests, API und App auf das feinere Raster umstellen. Je nach Anbieter können zusätzliche Zugangskosten entstehen.

Gefördert vom Land Tirol

Danke, Land Tirol.

Das Land Tirol unterstützt die Entwicklung des z’ammstromen Energieassistenten mit der Tiroler Innovationsförderung im Förderschwerpunkt „Innovation in KMU“.

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